Flüssigkeitsbrandbekämpfung mit Löschschaum.Brunsbüttel - Am vergangenen Sonntag hatten die Atemschutzgeräteträger unserer Wehr  die Möglichkeit den Brandübungsplatz in Brunsbüttel zu besuchen. Dieser wird vom Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen in Kooperation mit der Wekrfeuerwehr Bayer und der FF Brunsbüttel betrieben und steht den Schleswig-Holsteinischen Feuerwehren für die Ausbildung zur Verfügung.

Brandbekämpfung im Gebäudeinneren - der sogenannt Innenangriff -  gehört zu den gefährlichsten Tätigkeiten im Feuerwehreinsatz. Insbesondere plötzliche Durchzündungen der Rauchgase stellen eine erhebliche Gefährdung für die im Innenangriff vorgehenden Einsatzkräfte dar. Die Menschenrettung und eine effektive Brandbekämpfung sind jedoch häufig nur auf diesem Wege möglich. Glücklicherweise sind solche Brandszenarien nicht an der Tagesordnung. Umso wichtiger ist es jedoch, auf derartige Einsätze vorbereitet zu sein und ein sicheres Verhalten im Innenangriff regelmäßig und unter realistischen Bedingungen zu trainieren.

Der Fortbildungstag in Brunsbüttel wurde in drei Übungsstationen unterteilt.

Station 1: Wärmegewöhnung und Rauchgaskühlung

DSC_9344Zunächst fand eine sogenannte Wärmegewöhnung in einem 40-Fuß-Seecontainer statt. Die Ausbilder der FF Brunsbüttel hatten dazu in dem Container einen rund 2 m³ großen Holzstapel entzündet. Ziel dieser Übung war das Kennenlernen der Leistungsgrenzen moderner Schutzausrüstungen, der physischen Belastungen der Atemschutzgeräteträger  sowie das Trainieren neuer Brandbekämpfungsmethoden, wie z.B. die Rauchgaskühlung durch den Einsatz von Hohlstrahlrohren. Diese haben gegenüber herkömmlichen Strahlrohren  eine Vielzahl von Vorteilen, u.a. lassen sich mit  ihnen durch den dosierten Wassereinsatz größere Wasserschäden am Brandobjekt vermeiden. Der wesentlichen Vorteil der Hohlstrahlrohrtechnik liegt jedoch in dem erheblichen Sicherheitsgewinn für die vorgehenden Atemschutzgeräteträger begründet: Die Charakteristik ihres Sprühbildes (feiner Sprühnebel mit kleinen Wassertröpfchen) erlmöglicht das Abkühlen zündfähiger Rauchgasgemische,  sodass gefährliche Rauchgasdurchzündungen verhindert werden können.

Station 2: Türöffnungsprozedur, Suchverfahren und hydraulische Ventilation

Türöffnungsprozedur

Besonders hoch die Gefahr von Durchzündungen beim Öffnen der Türen zum Brandraum. Durch den plötzlichen Eintrag von Frischluft kann sich innerhalb weniger Sekunden ein zündfähiges Rauchgas-Sauerstoffgemisch bilden. An der zweiten Übungsstation wurde die sogenannte Türöffnungsprozedur geübt; ein Verfahren, das auf Grundlage der Rauchgaskühlung das Durchzündungsrisiko beim Öffnen von Türen des Brandraums reduzieren soll.

Die Übungsstation bestand aus mehreren über- und hintereinander angeordneten Seecontainern, in denen eine komplette Wohnraumsituation dargestellt wurde. Für realitätsnahe Temperaturbedingungen und Sichteinschränkungen wurden in dem Übungsobjekt mehrere Feuertonnen entzündet. Im Anschluss an die erfolgreichenTüröffnungsprozedur, mussten die Übungsteilnehmer in das Brandobjekt vorgehen und die Personensuche und -Rettung aufnehmen.

hydraulische VentilationNachdem  alle vermissten Dummys aufgefunden und ins Freie verbracht wurden,  wurde das Verfahren der hydraulischen Ventilation mittels Hohlstrahlrohr geübt. Dieses Verfahren kann alternativ oder zusätzlich zur sonst üblichen Entrauchung des Brandobjekts  mit Hochleistungslüftern genutzt werden, um potentiell zündfähige Rauchgase abzuleiten und die Sichtbedingungen zu verbessern.

Station 3: Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden

Flüssigkeitsbrandbekämpfung mit der Sprühstrahleinstellung des HohlstrahlrohresAn der dritten Station wurden verschiedene Verfahren zur Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden trainiert. Klassischerweise wird bei diesem Einsatzszenario  Löschschaum verwendet, daneben wurde jedoch auch der alternative Einsatz von Netzmittel (unverschäumtes Wasser-Schaummittelgemisch) geübt, das über die Sprühstrahleinstellung des Hohlstrahlrohres abgegeben wurde. Die Übungserfahrungen zeigen, dass grundsätzlich beide Verfahren zur Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden geeignet sind.

Fazit

Ein herzlicher Dank gilt den Ausbildern der Feuerwehr Brunsbüttel. Die Fortbildungsveranstaltung in der Brandübungsanlage hat den Übungsteilnehmern viele neue Eindrücke und Erkenntnisse gebracht, die zu einem effizienteren  und sichereren Vorgehen der Atemschutzgeräteträger im Innenangriff beitragen werden. Nachdem der Brandübungsplatz bereits im Jahr 2007 besucht worden war, soll die Übungsveranstaltung in Brunsbüttel zukünftig jährlich angeboten werden.

 

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